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Das Schulzeugnis für Erwachsene: Das Arbeitszeugnis.

Was war das nur immer für eine Aufregung früher: Der letzte Schultag. Schon lange wurde auf diesen Tag und die darauffolgenden Sommerferien hin gefiebert, doch ein Hindernis gab es noch zu bewältigen – Die Zeugnisvergabe. Schon morgens beim Zähneputzen geisterten Überlegungen durch den Kopf, wie die eigenen Noten wohl diesmal ausgefallen sind. Werde ich damit zufrieden sein? Habe ich mich genug angestrengt? Was werden meine Eltern wohl denken?

Du wirst staunen wie viel Ähnlichkeit die Zeugnisvergabe in Schultagen mit dem Thema des heutigen Blogbeitrags hat: Dem Arbeitszeugnis. Denn auch heute ist es ab und an noch wichtig unsere Leistungen und Fähigkeiten bewerten zu lassen.

Was ist überhaupt ein Arbeitszeugnis?

Genau wie der Moment, in dem das Schulzeugnis am Ende eines Schuljahres ausgeteilt wird, läutet auch das Arbeitszeugnis meistens eine neue Phase des Lebens ein. Geht die Beschäftigung eines Mitarbeiters in deinem Salon zu Ende, gehört es sich, ein Arbeitszeugnis auszustellen. Darin wird die Dauer der Beschäftigung, die Qualifikationen und eventuell die Leistungen und das Sozialverhalten des Arbeitnehmers beschrieben und bewertet. Das dient sowohl dem Arbeitnehmer selbst, als auch dem nächsten Arbeitgeber als aussagekräftiges Dokument über Verhalten und Fähigkeiten der Person. Wie du siehst, hat das Arbeitszeugnis also nicht wenig Einfluss darauf, wie der weitere Berufsweg des Mitarbeiters verläuft und sollte deswegen auch vom verfassenden Arbeitgeber nicht auf die leichte Schulter genommen werden – Ein Zeugnis in der Schule sollte ja auch immer ehrlich und vollständig sein.

Aufgepasst! Es gibt verschiedene Arten des Arbeitszeugnisses.

Gut zu wissen ist, dass es verschieden Ausführungen des Arbeitszeugnisses gibt: Das einfache, das qualifizierte und das Zwischen-Arbeitszeugnis.

Beim einfachen Arbeitszeugnis handelt es sich, wie der Name schon vermuten lässt, um eine abgespeckte Version. Darin werden nur sachliche, objektive und nachprüfbare Fakten über den Mitarbeiter beschrieben. Die persönliche Bewertung fällt also, im Gegensatz zum qualifizierten Arbeitszeugnis, weg. Diese zweite Art des Zeugnisses ist die häufigste und bessere Form und bezieht nicht nur harte Fakten, sondern auch Beurteilung und Bewertung der Leistung und des Sozialverhaltens mit ein. Zu guter Letzt gibt es noch das Zwischenarbeitszeugnis, das nicht am Ende eines Arbeitsverhältnisses, sondern noch während der Beschäftigung ausgestellt wird. Du kannst es dir also in etwas wie das Zwischenzeugnis in der Schule vorstellen.

Die Form des Arbeitszeugnisses

Keine Angst, meistens kannst du beim Erstellen des Arbeitszeugnisses immer nach einem bestimmten Muster vorgehen:

  1. Überschrift „Arbeitszeugnis“
  2. Stammdaten des Arbeitnehmers (Vorname, Name, Geburtsdatum…)
  3. Tätigkeitsbeschreibung im Betrieb (Genauer Zeitraum, Aufgaben des Arbeitnehmers, Stellung im Unternehmen…)
  4. Beurteilung von Leistung und Sozialverhalten (nur beim qualifizierten Arbeitszeugnis)
  5. Schlussformel & Zukunftswünsche (optional, aber häufig enthalten)
  6. Unterschrift, Datum, Firmenstempel
  7. Firmendaten

Auch wenn du jetzt eine grobe Vorgabe hast, wie der Aufbau des Arbeitszeugnisses aussieht, würde ich dich unbedingt darum bitten, für jeden Mitarbeiter eine individuelle Formulierung zu überlegen. Es zeugt nicht gerade von Wertschätzung und Respekt, wenn jedes Arbeitszeugnis gleich ist und nur die nötigsten Angaben verändert wurden. Mach dir also jedes Mal erneut Gedanken darüber, was du über den jeweiligen Mitarbeiter schreiben könntest.

Dos and Don’ts beim Arbeitszeugnis

Damit du deinen Mitarbeitern ein angemessenes Arbeitszeugnis ausstellen kannst, habe ich hier noch ein paar Tipps und Tricks, worauf du achten solltest!

Dos:

  • Ein Arbeitszeugnis sollte immer positiv ausfallen, da der Arbeitnehmer sonst sogar ein Neues anfordern kann
  • Schreibe klar, verständlich, individuell und wohlwollend
  • Achte auf eine schöne äußere Form und ein ansprechendes Gesamtbild
  • Achte darauf, was zwischen den Zeilen herausgelesen werden kann – manchmal sind Formulierungen weniger gut gemeint, als sie augenscheinlich sind

Don’ts:

  • Für offene Kritik und Ausdruck deines Ärgers gegenüber dem Mitarbeiter ist kein Platz im Arbeitszeugnis
  • Ein vorgefertigtes Muster, bei dem nur die Personalien ausgetauscht werden, ist nicht zu empfehlen

Eine weitere Schwierigkeit: Die Geheimcodes

Wie schon erwähnt, darf ein Arbeitszeugnis nicht zu schlecht ausfallen. Da aber trotzdem ein Unterschied zwischen einem hervorragenden und einem mittelmäßigen Mitarbeiter zu sehen sein sollte, verwenden die Arbeitgeber häufig sogenannte Geheimcodes. Dabei kann man an kleinsten Veränderungen in der Formulierung ablesen, was der jeweilige Arbeitnehmer nicht sehr gut gemacht hat. Die bekanntesten Beispiele mit ihren Bedeutungen liste ich dir hier auf:

„Gutes Einfühlungsvermögen in die Belange der Belegschaft“ = Der Mitarbeiter hat mehr geflirtet, als gearbeitet

„Geselligkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas“ = Es kam des Öfteren Alkohol am Arbeitsplatz vor

„Er bemühte sich den Anforderungen gerecht zu werden“ = Er hat es nicht geschafft und war eine Null

„Er war tüchtig und in der Lage seine Meinung zu vertreten! = Er konnte keinerlei Kritik vertragen

Auch aufmerksam sollte man bei Formulierungen wie „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ (entspricht der Note 1) verglichen mit „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“ (entspricht Note 5) sein.

Du siehst also: Es lohnt sich, sich mit dem Thema Arbeitszeugnis auseinander zu setzten, bevor man eines ausstellt, da es doch einige Dinge zu beachten gibt. Jetzt steht dir aber nichts mehr im Wege, deinen Mitarbeitern eine gute Zeugnisvergabe und einen angemessenen Abschied zu bieten und ihnen mit dem Arbeitszeugnis neue Berufsmöglichkeiten zu eröffnen.

 

Solltest du noch Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, kannst du uns gerne kontaktieren, wir helfen dir gerne weiter!

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Dein Concivitas Consult Team ♡

 

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